Der Windows Nachrichtendienst
Öffnen Sie ein DOS-Fenster und geben Sie folgendes ein:
net send localhost "Das ist eine Testnachricht"
Wenn der Nachrichtendienst auf Ihrem PC gestartet ist, sehen Sie in Kürze ein Hinweisfenster
mit dem Text "Das ist eine Testnachricht". Das Programm mit dem diese Nachricht
abgeschickt wurde heißt "net". Sie starten es mit dem Parameter "send", d.h. es
wird eine Nachricht erzeugt mit dem Text den Sie im letzten Parameter angeben. Dazwischen
ist noch der Paramter "localhost". Dieser sagt aus, wo die Meldung hingeschickt
werden soll. "localhost" steht immer für den eigenen PC. Sie können aber genausogut
den Namen oder die IP-Adresse eines anderen PCs im Netzwerk angeben. Da das Internet
auch nur ein großes Netzwerk ist, funktioniert das Versenden von solchen Nachrichten
rund um die Welt.
Spammer haben diese Eigenschaft nun auch für sich entdeckt und versenden statt Emails
nun teilweise auch solche Nachrichten. Dabei wird oftmals auch noch der Absender
versteckt, damit die Nachricht schwer rückzuverfolgen ist. In den Nachrichten werden
meistens kostenpflichtige Inhalte via 0190-Dialer oder Mehrwert-Telefondienste angeboten.
Gefahr?
Nein. Von solchen Nachrichten geht keine Gefahr aus. Sie können diese wegbestätigen und ignorieren. Es handelt sich hier auch nicht um einen Trojaner. Es ist lediglich der Nachrichtendienst aktiv, der die Meldungen anzeigt.
Wie lassen sich diese Meldungen unterbinden?
Relativ einfach. Beenden Sie den Nachrichtendienst. Bei Windows NT, 2000 und XP ist es ein Systemdienst, der automatisch gestartet wird. In der Rubrik "Verwaltung" in der Systemsteuerung finden Sie den Dienste-Manager. In der Liste der Dienste ist ein Eintrag "Nachrichtendienst". Mit einem Doppelklick auf den Dienst öffnet sich das Eigenschaften-Fenster des Dienstes. Bei Starttyp wählen Sie "Deaktiviert" aus, damit der Dienst beim nächsten Systemstart nicht wieder geladen wird. Klicken Sie anschließend auf den Beenden-Button, um den Nachrichtendienst zu beenden.
Bei Windows 98 und ME sieht das ganze etwas anders aus. Öffnen Sie in der Systemsteuerung
die Eigenschaften für das "Netzwerk". In der Liste der installierten Netzwerkkomponenten
gibt es einen Punkt "Datei- und Druckerfreigabe für Microsoft-Netzwerke. Wählen
Sie diesen aus und klicken Sie folgend auf den "Entfernen" Button.
Achtung! Anders als bei Windows NT, 2000 und XP hat hier ein Entfernen weitreichendere
Folgen. Es funktionieren dann keine Datei- und Druckerfreigaben im lokalen Netzwerk
mehr. Sofern Ihr PC alleinstehend ohne Netzwerk ist, können Sie das ohne Bedenken
machen. Wenn Sie jedoch mehrere PCs zusammengeschlossen haben und Daten zwischen
ihnen transferieren möchten, muss von einem Entfernen der Datei- und Druckerfreigaben
dringend abgeraten werden! Dies heißt aber nicht, dass sich dort der Empfang der
unerwünschten Nachrichten nicht verhindern ließe. Es ist lediglich notwendig, die
Datei- und Druckerfreigabe ausschließlich auf das lokale Netz zu beschränken. Dies
erreichen Sie mit einer der beiden folgenden Methoden:
Wählen Sie beim Rechtsklick auf das Desktopsymbol "Netzwerkumgebung" (alternativ
in der Systemsteuerung 'Netzwerk') den Punkt "Eigenschaften".
Sollte als Netzwerkprotokoll ausschließlich TCP/IP installiert sein, machen Sie
einen Doppelklick auf den Eintrag "TCP/IP ->DFÜ-Adapter und bestätigen Sie die
folgende Nachfrage mit OK.
Im Karteireiter "Bindungen" entfernen Sie durch einmaliges Anklicken das Häkchen
vor dem Eintrag "Datei- und Druckerfreigabe für Microsoft-Netzwerke" und übernehmen
diese Wahl mit OK. Eventuell fordert sie Windows nun auf, die Windows-CD einzulegen,
um Systemdateien kopieren zu können.
Falls zusätzlich ein ähnlicher Eintrag zu einem DSL- oder ISDN-Modem existiert,
also wieder TCP/IP -> <Name des Adapters>, so wiederholen Sie das Vorgehen
für diesen Eintrag. Achtung! Bei existierendem Netzwerk findet
sich auch ein Eintrag TCP/IP -> <Name des Netzwerkkarten-Adapters>.
Hier darf die Bindung der Datei- und Druckerfreigabe nicht entfernt
werden.
Sollte jedoch als weiteres Netzwerkprotokoll NetBEUI installiert sein, so dass sich
entsprechende Einträge in den Eigenschaften der Netzwerkumgebung finden, muss man
für alle TCP/IP-Einträge (auch die der Netzwerkkarte) die Bindung
wie eben beschrieben entfernen, damit der Datenaustausch der Dateifreigabe ausschließlich
über das NetBEUI-Protokoll realisiert wird. Man spricht bei dieser Lösung von
Protokolltrennung. NetBEUI ist nicht routingfähig, so dass die Dateifreigabe
unter keinen Umständen über das Internet erreichbar ist. Damit unterbleiben die
nervenden Nachrichten.
Artikel vom 18.05.2012 - Diskussion zum Thema im Forum
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